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Die Immobilienkrise in Italien und am Gardasee

Montag, 23. September 2013

Seit Monaten ist in diversen Medien immer wieder von der Krise am italienischen Immobilienmarkt zu lesen. Obwohl viele dieser Artikel fundierte Informationen und zahlreiche Statistiken liefern, so entsteht doch schnell der Eindruck, in ganz Italien seien gerade jetzt Immobilien zu „Schleuderpreisen“ erhältlich. Was dabei oft außer Acht gelassen wird ist die Tatsache, dass sich der Großteil dieser Artikel auf die Situation in ganz Italien bezieht und nicht auf spezielle Regionen – wie zum Beispiel den trotz Immobilienkrise bei Käufern weiterhin sehr beliebten Gardasee. Viele Kaufinteressenten kommen daher oftmals mit falschen (Preis)Vorstellungen an den Gardasee oder in der Erwartung, die Preise über die Maße nach unten verhandeln zu können.

Die Situation am italienischen Immobilienmarkt ist für Kaufinteressenten in der Gardasee Region also etwas genauer zu betrachten:

Der Immobilienmarkt in Italien allgemein

Seit Ende des Jahres 2006 befindet sich der italienische Immobilienmarkt nun schon im „freien Fall“. Wie man einer Statistik von Nomisma – einem renommierten italienischen Unternehmen zur Wirtschaftsforschung – entnehmen kann, sind die effektiv getätigten Immobilienverkäufe in ganz Italien von 870.000 im Jahr 2006 auf 444.000 im Jahr 2012 gesunken. Dies entspricht einem Einbruch von beinahe 50 %!

Das Liegenschaftsamt hatte den Höhepunkt der italienischen Immobilienkrise ursprünglich bereits für Ende 2012 prognostiziert, mit einer darauffolgenden Stagnation von weiteren zwei Jahren, bevor es dann ab dem Jahr 2015 endgültig wieder bergauf gehen wird.

Zwar ist der italienische Immobilienmarkt auch im Jahr 2013 immer noch auf Talfahrt, laut dem italienischen Finanzamt hat sich die Negativentwicklung aber vor allem in den großen Städten und in beliebten Regionen verlangsamt. Auch Nomisma erwartet nach einem letzten Einbruch der Verkaufszahlen um ca. -6 % im Jahr 2013 ab dem kommenden Jahr einen leichten aber stetigen Anstieg der Immobilienverkäufe.

Weiterhin schwierig gestaltet sich dagegen die Bewilligung eines Kredites von Seiten der Banken. Nicht in Italien ansässige Banken vergeben derzeit, gerade was Investitionen in Italien betrifft, nur schwer Kredite. Italienische Immobilien werden von den Kreditinstituten relativ schlecht bewertet, auch Immobilien in der Gardasee Region stellen dabei keine Ausnahme dar. Es ist daher gerade jetzt wichtig, sich neben der Suche nach einer passenden Immobilie rechtzeitig mit diversen Kreditinstituten in Verbindung zu setzen, um den lang gehegten Traum vom Eigenheim am Gardasee verwirklichen zu können.

Auch die Verkaufsbedingungen haben sich in den letzten Monaten nochmals verschlechtert: Die durchschnittliche Verkaufszeit für eine Wohnimmobilie beträgt derzeit 8,5 Monate. Das sind 1,5 Monate mehr als noch vor einem Jahr. Der durchschnittliche Preisnachlass auf Immobilien liegt aktuell bei -16 %, was laut Nomisma allerdings angesichts der schlechten Verkaufszahlen immer noch ein relativ geringer Abschlag ist. Die Wirtschaftsagentur rechnet daher bis zum Jahresende mit einem weiteren Preisverfall von durchschnittlich mindestens -5 %.

Der Immobilienmarkt in der Gardasee Region

Auch wenn diese Zahlen und Informationen auf den ersten Blick eine erfreuliche Entwicklung für Kaufinteressenten darstellen, sollte man bedenken, dass diese derzeit vielerorts publizierte Negativentwicklung – wie bereits erwähnt – für ganz Italien steht und es sich gerade beim Gardasee nichts desto trotz um eine äußerst beliebte Ferienregion handelt. Die Immobilienpreise in der Gardasee Region sind durchaus mit denen großer Städte vergleichbar und selbst in Krisenzeiten wie dieser bleiben „Immobilien zu Schnäppchenpreisen“ ein Wunschdenken.

Dies bestätigen auch neueste Statistiken und Beobachtungen: laut einer Studie von Gabetti Immobiliare stellte der Gardasee bisher beinahe eine Gegentendenz zur nationalen Entwicklung am Immobilienmarkt dar. Die Nachfrage – vor allem am beliebten östlichen Gardaseeufer – sei beinahe ungebrochen vor allem wenn es sich um qualitativ hochwertige Neubauten handelt. Diese Aussage wird von der FIAIP, Italiens größtem Fachverband für Immobilienmakler, bestätigt: während im Jahr 2012 die gesamte Veroneser Provinz eine Negativentwicklung von -25 % hinnehmen musste, ist der Immobilienmarkt am Veroneser Gardaseeufer nur um -8 % eingebrochen. Laut dem Liegenschaftsamt konnte die Gemeinde von Peschiera del Garda im Jahr 2012 sogar ein Plus von 4 % im Vergleich zum Vorjahr verbuchen!

Grund für diese gegensätzliche Entwicklung am Gardasee ist hauptsächlich die anders strukturierte Käuferschicht: Am Gardasee handelt es sich Großteils um Anfragen nach Zweitimmobilien welche als Feriendomizil genutzt werden. Diese Käuferschicht ist von der allgemeinen Krise weniger betroffen und kann andere finanzielle Mittel aufweisen.

Die größte Nachfrage besteht laut dem Liegenschaftsamt auch weiterhin in Zwei- bis Dreizimmerwohnungen mit einem durchschnittlichen Budget von 200.000 bis 300.000 Euro. Demgegenüber stehen durchschnittliche Quadratmeterpreise von derzeit 3.300 bis 3.800 Euro für Immobilien mit Seeblick. Die Quadratmeterpreise für Immobilien im Landesinneren dagegen variieren stark je nach Gemeinde und Immobilientyp und können auch bis auf 1.200 Euro runtergehen. Weiterhin stark gefragt sind die für Italien so typischen „Rustici“ – aus Stein gebaute Landhäuser – welche auch weiterhin trotz der eher abgelegenen Lagen stolze Preise aufweisen.

Nichts desto trotz macht sich seit nunmehr knapp einem Jahr die Immobilienkrise langsam aber sicher auch in der Gardasee Region immer deutlicher bemerkbar. Der Markt stagniert, Verkäufer sind jetzt zum Großteil durchaus Verhandlungsbereit und die Preise haben vor allem in den letzten Monaten begonnen nachzugeben – wenn auch in deutlich geringerem Ausmaße als Andernorts. Wenn wir also auch nicht von Schnäppchenpreisen sprechen können, so haben Kaufinteressenten gerade in den kommenden Monaten sicherlich eine sehr gute Gelegenheit, Immobilien zu interessanten und vor allem reellen Marktpreisen zu erwerben.
(Quellen: Nomisma; Agenzia delle Entrate; Il Sole 24 Ore, l’Arena.it)

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